Das erste Drittel der Wahlperiode ist um. Deshalb nutzten die Freien Wähler in Röttenbach ihre Jahreshauptversammlung zu einer Bilanz. Vieles wurde abgearbeitet oder auf den Weg gebracht – dafür gab es Applaus. Sorge bereitet der Gruppierung aber die Entwicklung um das Freihandelsabkommen TTIP.

Patrick Prell, Ortsvorsitzender der Freien Wähler Röttenbach, hatte für seine Mitglieder eine umfangreiche Tagesordnung zusammengestellt. Kommunales, Kreispolitik und Weltwirtschaft umfasste die Agenda. Ein Potpourri, das zahlreiche Mitglieder in die Fischküche Fuchs zog. Dort ließ man dann gemeinsam das Vereinsjahr Revue passieren.

Neben politischer Arbeit war dies mit Sommerfest, Mitgliederausflug an die Aischquelle bei Burgbernheim und dem traditionellen Weihnachtsmarkt von Geselligkeit geprägt. Bewusst, wie der Versitzende betonte. Denn das aktive, über den politischen Horizont hinausreichende, Vereinsleben ist für ihn Rückgrat des Erfolgs. Natürlich kosten solche Angebote Kraft. Allein die Durchführung des Weihnachtsmarktes habe, so Prell, mehr als 60 Helfer in Anspruch genommen. »Dieser enorme Rückhalt ist nicht selbstverständlich. Deshalb könnte in Röttenbach wohl niemand außer uns so einen großen Event stemmen«.

Gleiches gilt aus Sicht Ludwig Wahls auch für die Gemeinderatsarbeit. Hier profitierten, so der Bürgermeister, die Freien Wähler von ihrem Status als Mehrheitsfraktion. »Zudem zahlt sich die konstruktive, sachorientierte Zusammenarbeit mit anderen Gruppierungen aus«. Deshalb konnten bereits in den ersten beiden Jahren der Legislaturperiode einige Wahlziele abgearbeitet werden. Dazu gehört für das Gemeindeoberhaupt die Ansiedlung einer Tankstelle, die Einführung von E-Books in der Leihbücherei sowie kostenloses WLAN an öffentlichen Plätzen. »Am Rathausplatz läuft es schon. Jetzt kommt die Schule an die Reihe«, sagte Wahl.

Andere Dinge wie die Ausweisung neuer Bauplätze oder die Erneuerung des Dorfplatzes seien auf dem Weg. »Hier konnten wir 60 Prozent Zuschüsse einwerben. Jetzt arbeiten wir an einer Tankstelle für Elektroautos«.

Kommunalpolitik könne aber, darauf verwies Christian Enz, nur innerhalb des von oben abgesteckten Rahmens erfolgen. »Über 80 Prozent der vor Ort bedeutsamen Entscheidungen werden inzwischen in München, Berlin oder Brüssel getroffen«, so der Koordinator des Landesarbeitskreises Familie und Soziales. »Dort geht es allerdings mehr um Macht und Geld als um Bürgerinteressen«. Deshalb, auch das betonte Enz, arbeiteten die großen Parteien an der zügigen Umsetzung der umstrittenen, von Großkonzernen geforderten, Freihandelsankommen TTIP, CETA und TISA. »Wenn jetzt nicht aufbegehren, wird in Zukunft nur noch mit Hormonen großgespritztes Billigfleisch auf den Teller kommen«, warnte Enz. »Außerdem ist die Privatisierung unseres Trinkwassers – anders als von der CSU suggeriert – immer noch nicht vom Tisch«.

Kritikpunkte die, auch das betonte der Höchstadter Sozialpolitiker, über Parteigrenzen hinweg gesehen werden. Nicht umsonst habe beispielsweise die SPD-Fraktion im Ansbacher Bezirkstag eine Resolution gegen TTIP verfasst. »Gleichzeitig treibt die Parteispitze die Verhandlungen aber aktiv voran. Da frage ich mich schon, ob dies ehrliche Politik ist?«

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